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Beikostfütterung ohne Brei?

Baby-Led Weaning

 

Die typischen Breimahlzeiten einfach auslassen und das Baby entscheidet selbst was und wieviel es isst?

Ist das empfehlenswert?

Sollten Eltern es ganz entspannt angehen mit der Beikosteinführung? Die Breie einfach weg lassen und das  Baby selbst entscheiden lassen was es so isst?🤔

Das ganze erst einmal entspannt anzugehen ist sicher ein guter Weg. Und Babys sollten auch die Möglichkeit für sinnliche Esserfahrungen haben. Kurz gesagt das Konzept bietet Vorteile, aber konsequent durchgezogen auch Nachteile.

 

Das Baby-led Weaning hat folgende Vorteile:

 

  • die frühe Teilnahme an den Familienmahlzeiten wird gefördert
  • Ihr Baby bekommt eine größere Vielfalt an Geschmäckern und Aromen geboten -> gut für die Geschmacksprägung
  • Sie selbst bekommen einen zusätzlichen Anreiz, sich über eine gesunde Ernährung für die gesamte Familie Gedanken zu machen

 

Mögliche Nachteile bei Breiverzicht:

 

  • evtl. mangelnde Energie- und Nährstoffzufuhr (hier fehlen bisher Studien zum Baby-led Weaning)
  • schwierig zu realisierende Eisenzufuhr
  • fehlender Ausgleich einer evtl. nicht immer gesunden Familienernährung
  • Kinder mit motorischen Beeinträchtigungen oder Entwicklungsverzögerungen, die Schwierigeiten haben selbstständig zu essen, können das Baby-led Weaning Konzept nur schwer nutzen

 

Bei meinen eigenen Kindern gab es wohl übrigens eine Mischung aus Brei und selbst entscheiden, inklusive ausprobieren. In diesem Fall können somit die Vorteile beider Varianten optimal für die Essentwicklung des Babys genutzt werden. Ich fand die Baby-led Weaning Variante immer sehr vorteilhaft im Bezug auf die Geschmacksprägung.

(Im Bezug auf die Allergievorbeugung wird ja nach neuesten Erkenntnissen auch nicht mehr empfohlen den Kontakt des Kindes mit kritischen Lebensmitteln im erstem Jahr zu meiden. Im Gegenteil, es soll sogar eine langsame Gewöhnung statt finden.)

Bei der Vereinigung von bewährter Breifütterung und zahlreichen Gelegenheiten des Ausprobierens, kann Ihr Kind von beidem optimal profitieren.

 

Den empfohlenen Beikostplan gibt es übrigens hier, mit zusätzlicher interessanter App.

 

Was sollten/können Sie beim selbstständigen Ausprobieren Ihres Babys beachten?

 

  • Bieten Sie gesunde und nährstoffreiche Lebensmittel an. Hier kann Ihr Kind dann aus möglichst natürlichen Zutaten das Richtige für sich wählen. Verzichten Sie auf Zucker, Fertiggerichte sowie Honig und rohe tierische Lebensmittel. Diese Lebensmittel können den Geschmackssinn Ihres Babys manipulieren, sind meist ungesund und können im letzten Fall keimbelastet sein.
  • Lassen Sie Ihr Kind nicht zu satt, aber ausgeruht bei den Mahlzeiten dabei sein. Es kann sich so gut auf dieses "Spiel" einlassen.
  • Ihr Baby sollte aufrecht sitzen und Arme und Beine frei bewegen können.
  • Die Speisen sollten leicht in die Hand zu nehmen sein. Z.B. ein Stück weiches Obst oder Gemüse, Hackfleisch, Kartoffeln oder Nudeln.
  • Vermeiden Sie kleine harte Lebensmittel, wegen der Verschluckungsgefahr.
  • Lassen Sie das Baby nicht alleine mit den Lebensmitteln.
  • Achten Sie darauf, dass Geschwister keine gefährlichen anderen Dinge in den Mund des Babys stecken. ;-)
  • Bieten Sie von Anfang an ein Getränk (am besten Wasser) zu den Mahlzeiten an.
  • Gestalten Sie das Essen farblich und geschmacklich abwechslungsreich.

 

Viel Spaß dabei!

Britta Kammertöns

 

Genutzte Quellen und interessant zum Weiterlesen:

Alexy, Ute; Hilbig, Annett: Die beste Ernährung fürs Baby und Kleinkind. München 2014

aid infodienst und Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V. (Hrsg.): Allergierisiko? So können Eltern vorbeugen. Bonn 2009

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